Martin Mlecko | Trinkhalle

Eine Botschaft von Kay von Keitz, Kurator, Kunstbeirat der Stadt Köln

Eine Botschaft von Kay von Keitz, Kurator, Kunstbeirat der Stadt Köln

Martin Mlecko
Trinkhalle | 1997

Standort
Kaiser-Wilhelm Ring, Ecke Hermann-Becker-Straße

Die 1997 realisierte Bodenskulptur „Trinkhalle“ des Künstlers Martin Mlecko (1951–2016) soll an ein typisches Kölner Büdchen erinnern, das bis 1996 exakt an der Stelle des heutigen Kunstwerks stand. Der verschwundene, dunkelgrün gestrichene Kiosk wurde 1950 von Heinrich Reintges eigenhändig erbaut und seither auch von ihm selbst betrieben. Als die Hermann-Becker-Straße umgestaltet werden sollte, hatte sich Martin Mlecko über einen längeren Zeitraum für die Erhaltung des kleinen Bauwerks als einem historischen Zeitzeugnis und lebendigen Ort der Kölner Alltagskultur engagiert. Da der Abriss aber schließlich nicht zu mehr zu verhindern war, entwarf er ein monochromes Mosaik, das die Grundfläche des Büdchens in Form von flaschengrünen venezianischen Glassmalten präzise abbildet. Assoziationen zu antiken römischen Funden, aber auch zu Ludwig Mies van der Rohes berühmter Trinkhalle in Dessau waren vom Künstler ausdrücklich beabsichtigt. Das Kunstwerk wurde durch die Allianz Versicherungs-AG und durch die Allianz Stiftung zum Schutz der Umwelt finanziert und an die Stadt Köln als Schenkung übergeben.