Eduardo Chillida | Plastik

Eine Botschaft von Guido Schlimbach, Kurator,
Kunst-Station Sankt Peter Köln

Eine Botschaft von Guido Schlimbach, Kurator
Kunst-Station Sankt Peter Köln

Eduardo Chillida | Plastik
1969 | Corten-Stahl, ca. 600 x 600 x 600 cm
Nicht realisiert

Vorgesehener Standort
Köln, Altstadt-Nord, Roncalliplatz

Anlässlich des Neubaus des Römisch-Germanischen Museums schrieb die Stadt Köln 1969 einen beschränkten Wettbewerb für eine Plastik auf der neu errichteten Domplatte aus, die einen eigenen künstlerischen Akzent geben sollte. Die Aufgabe sah vor, der städtebaulich bedeutenden Situation auf dem Roncalliplatz zwischen Dom, Domhotel, Museum und Domkurie Rechnung zu tragen.

Der baskische Bildhauer Eduardo Chillida entwarf eine etwa sechs Meter große Plastik aus Corten-Stahl, die sowohl eine geistige Affinität mit dem Kölner Dom widerspiegeln als auch Bezug auf den kubischen Bau des RGM nehmen sowie als ein Brennpunkt symbolischer Natur oder ein geistiges Zentrum des Platzes fungieren konnte. Weit genug von der Südfassade des Doms entfernt, um dessen historischer Bedeutung zu genügen, sollte sie dennoch in Sichtweite platziert werden, um einen harmonischen Dialog mit der gotischen Kathedrale zu ermöglichen. Chillidas Entwurf sah zudem eine erweiterte Gestaltung des Bodens des Roncalliplatzes vor.

Der Kunstbeirat der Stadt Köln beschloss am 18.12.1969, den Entwurf des Bildhauers Eduardo Chillida dem Ausschuss für Kunst und Kultur vorzulegen, und empfahl, den baskischen Künstler die weitere Bearbeitung zu übertragen. Der Ausschuss verwies das Projekt zur Beratung in die Ratsfraktionen, die in getrennten Sitzungen am 29.04.1970 der „Freiplastik von Eduardo Chillida“ zustimmten.

Leider hatte die Stadtspitze versäumt, die Finanzierung zu gewährleisten, so dass der Auftrag an den Künstler nicht erfolgte.

Ende 1975 wurde ein erneuter Versuch unternommen, das Projekt anzustoßen. Die Kosten wurden auf 823.000 DM ermittelt. 1977 ließ Kämmerer Ludemann verlauten, angesichts der hohen Kosten könne er die Vorlage zum Beschluss des Projekts nicht mitzeichnen. „Es dürfte sicherlich Lösungen geben, die den örtlichen Voraussetzungen und dem berechtigten künstlerischen Anspruch genügten, die aber billiger wären.“ Um Grenze des Kämmerers zu überschreiten, fehlte es offenbar an politischem Willen.

Zum Segen der Haushaltsverantwortlichen spendierte der Lions Club der Stadt 1984 die „Columne pro Caelo“ von Heinz Mack. Eine in jeder Hinsicht billigere Lösung – und ein großer Verlust für die Kunststadt Köln.