Quik alias Lin Felton

Eine Botschaft von Ulrich Blanché, Kunsthistoriker,
ZEGK – Institut für Europäische Kunstgeschichte

Eine Botschaft von Ulrich Blanché, Kunsthistoriker,
ZEGK – Institut für Europäische Kunstgeschichte

Quik alias Lin Felton
1989

Der einflussreiche illegale New Yorker Graffiti Writer Quik alias Lin Felton (*1958) stellte ab etwa 1980 auch legal international in Galerien und Museen aus, darunter auch in einer 1989 von Johannes Stahl kuratierten, für Deutschland recht frühen Street Art- und Graffiti Ausstellung mit Stationen in Wiesbaden und dem Kunstverein Heidelberg. Hans Gerke, der damalige Leiter des Kunstvereins, hatte eine Wand an einem Parkplatz in der Karpfengasse in der Heidelberger Altstadt organisiert. Beider Vornamen erschienen in klein in einer Widmung im Werk. Niemand hätte gedacht, dass das Wandbild auch 35 Jahre später nahezu unbeschadet dort existiert – auch einem Neuanstrich der Fassade und dem Einbau eines kleinen Rosenbeetes davor fiel das Werk nicht zum Opfer, sondern wurde behutsam bewahrt. Das passt insofern gut zu Heidelberg, dass auch vor deutschen Großstädten wie Berlin schon ab 1983 ein wichtiges Zentrum des deutschen Hiphops geworden war. Quik malte bei seinem Besuch 1989 auch mit lokalen Crews wie SCM183 illegal Graffiti auf Züge nahe Heidelberg. Im Jahr 2006 war Quik in Heidelberg und besuchte sein Wandbild. Seit 2023 ist die Heidelberger Hiphop-Kultur teil des immateriellen Weltkulturerbes. Sie sehen hier einige Fotos von 1989 von Johannes Stahl und ein Foto von 2023 von Jannik Westermann