KATHARINA GROSSE | In seven days time

Eine Botschaft von Stephan Berg, Kunstmuseum Bonn

Eine Botschaft von Stephan Berg, Kunstmuseum Bonn

Katharina Grosse
In seven days time | 2011
Metall, Polyurethan, GFK, Acry

Standort
Kunstmuseum Bonn, Innenhof

Katharina Grosse (*1961) hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten in herausragender Weise das Me­dium Malerei systematisch auf seine Bedingungen und Möglichkeiten befragt und da­bei zunehmend vom klassischen Bildfeld in den Raum hinein erweitert.

Für das Kunstmuseum Bonn hat die Künstlerin 2011 mit IN SEVEN DAYS TIME eine spektakuläre Außen­arbeit entwickelt, die zum damaligen Zeitpunkt einen vollkommen neuen Schritt in ihrem Œuvre darstellte. Es han­delt sich dabei um eine knapp sieben Meter hohe und zwanzig Meter lange, nach außen ge­wölbte unregelmäßige „Scher­benform“ aus Glasfaserkunststoff, die an der zentralen Längswand des Mu­seums „lehnt“, und dabei in einen differenzierten Dialog mit der Architektur Axel Schultes tritt.

Das in sich gewundene Werk, welches im oberen Bereich direkt an der Außenwand befestigt wird, ragt im Bereich ihrer Bodenbefestigung etwa fünf Meter in den Außenraum hinein, und ermöglicht so völlig unterschiedliche Perspektiven sowohl auf die Vor­der- wie auf die Rückseite. Entsprechend sind die bei­den Seiten der Arbeit malerisch unter­schiedlich gefasst. Während die Rückseite der Arbeit eine streifige und weitgehend ho­mogene Malerei aufweist, entwickelt die Vorderseite einen illusionisti­schen Bildraum, der über die Ränder des Bildträgers hinausweist. Katharina Grosse vollzieht in dieser Arbeit einen weiteren Schritt, um die Malerei in die mehrdimensionale und mehransichtige Dynamik eines Raumvolumens zu überführen, das keinen eindeutigen Betrachter-Standpunkt mehr kennt, und damit Bild und Welt auf eine neue Weise verknüpft.

 IN SEVEN DAYS TIME ist nicht nur eine visuell überwältigende Außen­plastik, sondern eine zentrale Signatur, welche die innere Identität der Institution als Ort des vertieften Nachdenkens über die Aufgaben und Möglichkeiten heutiger Malerei kraftvoll nach außen artikuliert.